Freitag, 21. Dezember 2012

Mal was zum Thema Märchen.

Seit einiger Zeit lese ich meinen Kindern Deutsche Märchen vor. So die klassischen Geschichten, Gebrüder Grimm und so weiter.

Mir gefallen die Japanischen Märchen allerdings besser; Hier mal ein Beispiel warum.

Der gestiefelte Kater.
Hier mal die kurze Version, für diejenigen, die wie ich nurnoch den gestiefelten Kater von Shrek in Erinnerung haben.

Also, ein Müller hat drei Söhne und die Teilen sich nach dem Tod des Müllers das Erbe. Das die Töchter selbstverständlich leer ausgehen braucht nicht weiter erwähnt zu werden. Der Erstgeborene bekommt na klar alles und die andern beiden 'nen Esel und den Kater. Das ist ja soweit schonmal etwas gegen aktuelles Gerechtigkeitsempfinden. Und was ist eigentlich mit dem Pflichtteil?

Der Kater ist jedenfalls ein echter Gauner, wildert erst im Wald und verhökert dann seinen Fang an den Adel, um sich einzuschleimen - das kennt man ja heute auch in etwas anderer Form.
Irgendwann steht er mit dem lokalem Despoten auf so gutem Fuß, dass er einiges an Tratsch auffasst. Auch erzählt er was von seinem großen Herrn dem Grafen (aka dritter Müllerspross)

Der Kater jedenfalls schafft es den Müller als adlig zu verkaufen.
Das muss schon ein ziemlich fauler Hund von einem Müller sein - was man sonst so hört sahen hart arbeitende Proletarier früher ja nach vielem aus - aber nicht adlig - egal.. wo war ich?

Ach so, nun macht der "Graf" eine spazierfahrt übers Land mit dem Grafen - und der Kater läuft vorraus und schüchtert das einfache Volk mit Todesdrohungen ein, dem König zu erzählen dem Grafen gehöre Wald, Wiese und Ackerland ringsrum.
Selbst in einem Märchen sollten sich hunderte von Menschen nicht von einem Sack Flöhe in Stiefel einschüchtern lassen, aber das mal nur am Rande.

Als nächsten tötet der Kater noch den Zauberer (angeblich ein Tyran) und besetzt sein Schloss.

Am ende Heiratet der "Graf" die Prinzessin und Happy End. Der Kater macht noch Karriere in der Politik - absehbar mit solch einer Persönlichkeit.
Die netten Bauern haben einen neuen Grafen der sie nunan tyranisiert und das einzig positive was ich an der Geschichte finden kann ist, dass sich wenigstens etwas neues Genmaterial in den Adel einmischt - aber was für welche (ich sag nur kriminelle Energie).

In Japanischen Märchen wird doch dann eher gegen böse Oni (Dämonen) gekämpft, die das Dorf ausbluten - oder sonst irgendwelche durchaus vertretbare Dinge.

In deutschen Märchen gibt's nur übelste Despoten, Mord und Totschlag,
Kindesmisshandlung und ähnliches.

Deshalb: Japanische Märchen +1!

;-)

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