Sonntag, 15. Mai 2011

Strafe Gottes

Mal ehrlich, Auto fahren ist in diesem (ansonsten sehr schönen) Land eine echte Strafe. Warum? Ich versuche es mal zu veranschaulichen.
Man stelle sich eine im besten Zustand befindliche leere Autobahn mit 6 Spuren plus Standspur vor. Es geht durch die Berge – ein bisschen bergauf und bergab, aber nicht so dramatisch. Vielleicht vergleichbar mit der A7 vor Göttingen, wenn man von Süden her kommt – allerdings wie gesagt im besten Zustand (schließlich Japan hier).
Was wäre wohl eine angemessene Geschwindigkeitsbegrenzung auf solch einer Strecke? Der Kenner weiß es schon – 80 km/h. Natürlich nicht auf den vollen 500km, das wäre ja total bescheuert. Es gibt auch längere Passagen wo 70 km/h angesagt ist – nein, keine Baustellen, nur halt weil es bergauf geht, oder Bergab oder abwechselnd (besonders hart). Das Wort 高速道路 (Hochgeschwindigkeitsstraße) ist etwas irreführend.
Um dem ganzen noch etwas an Spaß hinzuzufügen gibt es regelmäßig stationäre Radarfallen und die obligatorische Video Überwachung (gab es allerdings schon vor 9/11).
Dann sind da noch des Menschen schlimmster Feind – andere Menschen. So z.B. Mitmenschen, die mit 60 Sachen auf der ganz rechten Spur dahinsiechen – hey., die crazy speed-freaks die die 80 voll ausfahren wollen können ja mal schön links vorbei. Oder auch spontane Vollbremsungen, ich fahr zwar ganz rechts, aber in 10m geht die Ausfahrt zum Rasthaus und da gibt’s McDonalds – und wenn das mal kein Grund is.
Alles in allem kann ich sagen, dass es für den „Angry white man“ in mir eine harte Probe war, aber ich habe es geschafft ohne eine Ecke aus dem Lenkrad zu beißen.
Übrigens hab ich einen neuen Geschwindigkeitsrekord für mich hier aufgestellt – 160. Hab mal ganz vorsichtig aufs Gas getreten 4000 rpm. Frage mich ehrlich, warum mein Van so dermaßen übermotorisiert ist – hier würde ein VW-Bus Bj 1965 allemal ausreichen – und ich meine jetzt nicht die Version mit Porsche Motor.
Das musste mal raus – ist ja schließlich mein Laberblog hier.

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